Umfrage: Deutsche würden 2026 am liebsten in Immobilien und Gold investieren

„Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust“ – diese innere Zerrissenheit von Doktor Faustus aus Goethes berühmter Tragödie steckt zumindest in Teilen auch in jedem Anleger. Das Bestreben danach, das Geld für sich arbeiten zu lassen und so etwas aus dem Ersparten zu machen, steht im ewigen Konflikt mit dem meist nahezu ebenso starken Bedürfnis nach Sicherheit. Genau dieses Spannungsfeld zwischen dem Streben nach Rendite und dem Wunsch nach Sicherheit zeigt sich auch in den Ergebnissen der jüngst veröffentlichten Umfrage „Geldanlage 2025/2026“ des Bundesverbandes deutscher Banken. Die DSS Vermögensverwaltung geht auf die Studie ein wenig näher ein.

Gegensätzliche Motivationen konkurrieren bei der Geldanlage

Besonders deutlich kommt der oben genannte Gegensatz bei der Frage nach den wichtigsten Kriterien bei der Entscheidung für eine Geldanlage zum Vorschein. Sicherheit bleibt mit 67 Prozent das dominierende Motiv, gefolgt von Rendite mit 42 Prozent. Gegenüber der Vorjahresbefragung ist damit der Wunsch nach Sicherheit um einen Prozentpunkt gestiegen, während der Gewinnaspekt um fünf Prozentpunkte verloren hat.

Gleichgeblieben ist die Bedeutung der Verfügbarkeit des angelegten Kapitals – im Bedarfsfall auf das Geld zugreifen zu können spielt für 33 Prozent eine Rolle. Den stärksten Zuwachs erlebte die Nachhaltigkeit beziehungsweise Sozialverträglichkeit als Anlagemotiv, deren Anteil stieg bei den Nennungen von 23 auf 31 Prozent.

Anlegerquote gestiegen

Was das Interesse an der Geldanlage angeht, zeigt die Umfrage einen Aufwärtstrend: Nachdem der Anteil derjenigen, die Geld angelegt hatten, im Jahr 2024 zurückgegangen war, erlebte er 2025 eine Belebung: Die Anlegerquote stieg bis Ende 2025 auf 57 Prozent, von 52 Prozent im Vorjahr. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich zuletzt wieder mehr Menschen aktiv mit Anlageentscheidungen beschäftigt haben, statt ihr Geld einfach auf dem Girokonto liegen zu lassen.

Allerdings geht diese stärkere Aktivität nicht automatisch mit größerer Zufriedenheit einher. Unter den Personen, die bereits Gelder angelegt haben, ist die Zufriedenheit mit deren Wertentwicklung leicht gesunken: Während Ende 2024 noch 70 Prozent der Befragten die Performance ihrer Investments positiv bewerteten, waren es Ende 2025 nur noch 65 Prozent. Mehr Menschen beteiligen sich also am Kapitalmarkt, ein Teil davon blickt jedoch kritischer auf das Ergebnis.

Beliebte Anlageformen für tatsächliche und fiktive Investments

Ein Blick auf die bevorzugten Anlageformen zeigt, welche Lösungen derzeit besonders gefragt sind. Vor allem Fonds, Tagesgeld und Aktien standen hoch im Kurs, diese befanden sich bei 43 Prozent, 40 Prozent und 39 Prozent der Befragten auf der Liste der im vergangenen Jahr bevorzugt genutzten Investments (Mehrfachnennungen möglich). Innerhalb dieser Auswahl haben sich jedoch die Gewichte etwas verschoben: Während Fonds und klassische Sparformen wie Sparpläne oder Sparkonten an Zuspruch gewinnen konnten, haben Aktien leicht an Attraktivität verloren. Das spricht aus Sicht der Partner der DSS Vermögensverwaltung dafür, dass Anleger zwar weiterhin Ertragschancen suchen, in unsicheren Zeiten jedoch auch wieder stärker auf Produkte mit kalkulierbarerem Risiko ausweichen.

Wie stark der Sicherheitsgedanke bei den Anlegern derzeit verankert ist, wird noch klarer bei der Frage, wie sie einen größeren frei verfügbaren Betrag im Jahr 2026 einsetzen würden. Hier liegen Immobilien (mit 53 Prozent) und Gold (mit 46 Prozent der Nennungen) vorne, gefolgt von Fonds, Aktien und Tagesgeld. Gerade bei einem zusätzlichen Vermögen scheint also die maximale Rendite noch weniger im Vordergrund zu stehen, sondern vielmehr der Wunsch nach einer Anlage, die für Werterhalt und Beständigkeit steht.

Noch deutlicher wird das Sicherheitsmotiv, wenn die Befragten nach ihrer Risikobereitschaft gefragt werden: Nur 21 Prozent wären bereit, für höhere Renditechancen bewusst mehr Risiko einzugehen. Auffällig sind dabei die Unterschiede zwischen den Generationen: Während Jüngere deutlich mehr Offenheit gegenüber einem Mehrrisiko zeigen, nimmt die Bereitschaft mit zunehmendem Alter spürbar ab. Ein Trend, für den die Partner der DSS Vermögensverwaltung durchaus Verständnis haben, schließlich sinkt mit dem Alter der Zeitraum, in dem Investments eventuelle Verluste wieder wettmachen können, sodass beispielsweise Kursrutsche bei Aktien in diesem Fall deutlich schwerer wiegen.