Finanzwissen mit der DSS Vermögensverwaltung: Was ist der Total Shareholder Return?

Rund um das Thema Geldanlage finden sich zahlreiche Fachbegriffe, denen man immer wieder begegnet. Viele davon sind einem mehr oder weniger geläufig, manche bleiben aber auch ein Mysterium, weil oft schlicht die Gelegenheit fehlt, sich näher mit ihnen zu beschäftigen. Wer beim Lesen der Wirtschaftsnews über einen unbekannten Begriff stolpert, recherchiert schließlich nicht jedes Mal sofort. Meist liest man weiter, erschließt sich die ungefähre Bedeutung aus dem Kontext – und in der Regel reicht das auch.

Doch für ein fundiertes Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge sind einige Fachausdrücke einfach von grundlegender Bedeutung. Aus diesem Grund möchte die DSS Vermögensverwaltung auf diesem Blog in lockerer Serie einige Fachtermini vorstellen und erläutern, die sich bei der Lektüre der Finanznachrichten als nützlich erweisen könnten. Den Anfang macht in dieser Woche der Total Shareholder Return (TSR).

Was den TSR interessant macht

Die für die meisten wohl wichtigste Motivation bei einer Geldanlage ist der Wunsch, das Kapital für sich arbeiten zu lassen und so beispielsweise mit seinem Ersparten einen Gewinn zu erzielen. Bei Aktieninvestments schauen Anleger zur Beurteilung des Anlageergebnisses oft zuerst auf den Kursverlauf, schließlich sind Kursgewinne häufig die offensichtlichsten Erträge, über die nicht zuletzt auch in den Medien am intensivsten berichtet wird.

Doch diese Betrachtung der Rendite greift zu kurz. Denn für die Wertentwicklung eines Aktieninvestments ist nicht nur relevant, ob der Kurs über die Haltedauer steigt, sondern auch, welche Ausschüttungen der Besitzer in dieser Zeit erhält. Genau dies liefert der Total Shareholder Return (TSR): Er misst die Gesamtrendite, die ein Investor mit einer Aktie über einen gewissen Zeitraum erzielt hat, wobei neben Kursgewinnen auch Dividenden in die Berechnung einfließen. Der TSR ist also eine Renditekennzahl, welche die Frage beantwortet, wie gut sich das Investment eines Aktionärs insgesamt entwickelt hat.

Die Berechnung des TSR

Bei der einfachsten Art der Berechnung basiert der TSR auf zwei Größen: der Entwicklung des Aktienkurses und den ausgeschütteten Dividenden über den jeweiligen Zeitraum. Diese beiden Komponenten lassen sich folgendermaßen berechnen:

Die prozentuelle Kurssteigerung: Die Differenz zwischen dem Kurs am Anfang und am Ende des entsprechenden Zeitraums, die anschließend ins Verhältnis gesetzt wird zum Anfangskurs.

Die Dividendenrendite: Die im Laufe des Betrachtungszeitraums erhaltenen Ausschüttungen im Verhältnis zum Einstiegskurs.

Ein einfaches Rechenbeispiel kann das theoretische Konzept der Berechnung des TSR ein wenig verdeutlichen: Angenommen, ein Anleger kauft zu Jahresbeginn eine Aktie zum Preis von 50 Euro, deren Kurs bis zum Jahresende auf 54 Euro steigt. Dies kommt einer Kurssteigerung von 8 Prozent gleich. Zusätzlich zahlt das Unternehmen im Laufe des Jahres eine Dividende von 1,50 Euro je Aktie. Geteilt durch den ursprünglich gezahlten Preis der Aktie (50 Euro) ergibt sich eine Dividendenrendite in Höhe von 3 Prozent. Diese beiden Ertragsbausteine werden zusammenaddiert, so dass der Total Shareholder Return für das Jahr in diesem Fall bei insgesamt 11 Prozent liegt.

Selbstverständlich lässt sich der TSR auch „in einem Rutsch“, also inklusive Kurs- und Dividendengewinne, berechnen. Der TSR berechnet sich dann folgendermaßen: Kursgewinn (aktueller Kurs der Aktie minus den Kaufpreis) plus über die Haltezeit erhaltene Dividenden (Gewinnausschüttungen und anderen Auszahlungen) geteilt durch den ursprünglichen Kaufpreis, das ganze multipliziert mit 100, um eine Prozentzahl zu erhalten.

Nutzen und Schwächen des TSR

Der größte Vorteil des TSR liegt also in seiner Ganzheitlichkeit: Er zeigt nicht nur, ob eine Aktie teurer geworden ist, sondern auch, welche Ausschüttungen der Anleger erhalten hat. Das bietet ein vollständigeres Bild der Performance einer Aktienanlage als eine reine Kursbetrachtung und schafft Vergleichbarkeit.

Doch Vorsicht: Wie die DSS Vermögensverwaltung hervorhebt, hat der Total Shareholder Return bei aller Nützlichkeit auch seine Schwächen. Denn zunächst einmal blickt die Kennzahl immer in die Vergangenheit und sagt nichts darüber aus, wie sich eine Aktie künftig entwickeln wird. Darüber hinaus sind kurzfristige Betrachtungen des TSR selten aussagekräftig; für einen Eindruck der langfristigen Wertentwicklung sollten vielmehr mehrjährige Zeiträume herangezogen werden. Zudem ist der Total Shareholder Return nur bei gleichen Anlagezeiträumen direkt vergleichbar. Bei Investitionen über unterschiedliche Zeiträume sollte der TSR annualisiert werden, um eine sinnvolle Vergleichbarkeit herzustellen.